SAP CPI

Bei SAP CPI (Cloud Platform Integration) handelt es sich um eine sogenannte Middleware, die versucht, unterschiedliche Business-Anwendungen auf einer gemeinsamen Plattform zu verbinden.

War die Nutzung von cloud-basierten Services vor wenigen Jahren meist noch die Ausnahme, so werden die smarten Lösungen heutzutage ganz selbstverständlich parallel mit etablierten On-Premise-Systemen eingesetzt. Eine der bekanntesten Plattformen, die verspricht, verschiedenste Integrationsszenarien in Echtzeit durchzuführen und deren Services einheitlich innerhalb der Cloud zur Verfügung zu stellen, ist SAP Cloud Platform Integration. Doch was kann die populäre Integrationsplattform wirklich, wo liegen die Stärken und Schwächen der Lösung und für wen eignet sich SAP CPI ganz besonders gut?

Was ist SAP CPI?

Die initiale Idee dieser Vorgehensweise ist in der Welt von SAP nicht neu. So wurde die erste Version der Plattform bereits im Jahr 2012 auf der Entwicklerkonferenz SAP TechEd vorgestellt und im Jahr 2012 als SAP HANA Cloud Platform eingeführt. Im Jahr 2017 wurde die Plattform überarbeitet und mit zusätzlichen Diensten und Features ausgestattet. Diese neue Version der Plattform ist nunmehr unter dem Namen SAP Cloud Platform Integration auf dem Markt und erfreut sich seit ihrem Launch zunehmender Beliebtheit. Die Popularität ist besonders den vorgefertigten Integrationsartefakten geschuldet, die beispielsweise auch unterschiedliche Regeln für das Routing ermöglichen. Dadurch lassen sich die Business-Applikationen auch getrennt steuern und unabhängig bidirektional synchronisieren.

SAP Cloud Platform im Detail

Die smarte Lösung aus der Cloud bietet eine Entwicklungsplattform, eine Laufzeitumgebung sowie zahlreiche vorgefertigte Funktionsbausteine, dank derer sich die Entwicklungszyklen neuer Features und Funktionen wesentlich verringern lassen. So verfügt die Plattform beispielsweise über Integrationspakete für SAP ERP, Microsoft Outlook, Microsoft Excel, SAP CRM oder IBM Lotus Notes.

Integration in Echtzeit

Dieses Vorgehen erlaubt es Unternehmen, schnell auf die sich ändernden Marktbedingungen zu reagieren und die Entwicklungskosten nachhaltig zu senken. Zudem bietet die Plattform neben einer reinen Datenintegration auch eine leistungsstarke Prozessintegration. Dadurch wird es möglich, Geschäftsprozesse intelligent miteinander zu verknüpfen und manuelle Prozesse zu automatisieren. Die Integration der Daten erfolgt hierbei in Echtzeit, wobei sowohl offene Dateiformate als auch Webstandards und Systeme von Drittanbietern mit der Plattform gekoppelt werden können.

Funktionen und Features

Um die Plattform einer möglichst breiten Kundengruppe zugänglich zu machen, versucht SAP viele offene Standards und bekannte Schnittstellen zu unterstützen. Dafür setzt SAP verstärkt auf Partnerschaften mit anderen Global Players. So kooperiert SAP beispielsweise schon seit dem Jahr 2017 mit dem IT-Giganten Apple. Ziel der Partnerschaft ist es, einen neuen iOS Software Development Kit zu schaffen, welcher auf der SAP Cloud Platform Integration basiert. Dadurch soll es möglich werden, benötigte Business-Anwendungen für das iPad oder iPhone schneller und effizienter zu entwickeln.

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Tools

Neben vorgefertigten Integrationspaketen bietet SAP auch spezielle Werkzeuge an, die mit KI-Unterstützung arbeiten. Zusätzlich lassen sich unterschiedliche Tools, wie beispielsweise Jitterbit, Dell Boomi, MuleSoft, oder der IBM Integration Bus in die Plattform integrieren und auch eine Einbindung von SAP Data Services und SAP Process Orchestration wird bedingt zur Verfügung gestellt.

APIs

Die SAP CPI unterstützt die unterschiedlichsten APIs wie beispielsweise das Open Data Protocol (OData), Representational State Transfer (REST), Remote Function Call (RFC) oder Web Services. Zudem integriert die Plattform auch einige proprietäre Schnittstellen, wie beispielsweise Intermediate Document (IDoc), Application Link Enabling (ALE) oder das Business Application Programming Interface (BAPI).

Unterstützung offener Standards

Um die Attraktivität der Plattform auch für Anwender, die noch keine SAP-Kunden sind, zu heben, bietet SAP Cloud Platform Integration ein Maximum an Offenheit. So lassen sich sowohl Java, Node.js, PostgreSQL als auch HTML5, RabbitMQ, Redis oder serverseitiges JavaScript nutzen. Die offenen Services können hierbei mit der leistungsstarken In-Memory-Datenbankplattform SAP HANA verknüpft werden. Dadurch wird es auch mobile Anwendungen und innovativen Applikationen möglich, die Anwendungsservices und Datenbankdienste von SAP zu nutzen.

Sicherheit

Wie für SAP üblich, arbeiten auch die On-Demand-Anwendungen der Plattform mit den höchsten Sicherheitsstandards. Dabei werden sämtliche Server in dezidierten Rechenzentren betrieben, die die aktuellsten Sicherheitsstandards aufweisen und auch die ISO Norm 27001 erfüllen. Weitere Sicherheitsfeatures, wie beispielsweise die Nutzung von digitalen Signaturen, die Verschlüsselung von Datenspeichern und deren Inhalten, eine Datenisolierung sowie eine Authentifizierung auf Basis von Zertifikaten werden bei Bedarf ebenfalls zur Verfügung gestellt.

SAP CPI

Für wen eignet sich die Plattform?

Die Plattform eignet sich nicht nur für bestehende Kunden, sondern für alle Unternehmen, die über eine historisch gewachsene IT-Landschaft verfügen und somit unzählige unterschiedliche Schnittstellen warten und überwachen müssen.

Das fehlende Puzzlestück

SAP Cloud Platform Integration schafft es, die unterschiedlichen Applikationen auf einer Plattform zu bündeln. Dies führt zu mehr Transparenz und vereinfacht zudem das Monitoring der einzelnen Applikationen. Dabei verfügt die Plattform auch über eine sogenannte Alert-Funktion, sodass betroffene Mitarbeiter im Falle einer Störung automatisch über das Fehlverhalten informiert werden. All dies führt zu einem effizienteren Betrieb von heterogenen IT-Landschaften, wobei dank Modulen für das Reporting und Monitoring auch die Qualität der Prozesslandschaft nachhaltig verbessert werden kann.

Die Stärken

Die Plattform bietet mehr als 1.000 unterschiedliche Apps von SAP und Drittanbietern, die bei Bedarf ohne zusätzlichen Entwicklungsaufwand sofort eingesetzt werden können. Dabei lassen sich die Integrationsinhalte überaus flexibel für einzelne Projekte oder auch für Gesamtsysteme einsetzen und an die individuellen Bedürfnisse anpassen. Zudem stellt die Plattform die gemeinsame Nutzung von Daten in den Vordergrund. So lassen sich beispielsweise auch beliebte Komponenten, wie das SAP Cloud Platform Portal oder der SAP Cloud Platform Connector innerhalb der Plattform nutzen. Zusätzlich kann auch auf eine Vielzahl anderer SAP-Lösungen, wie auf das SAP Document Center, SAP Fiori Cloud oder SAP Jam zurückgegriffen werden. Dank der zahlreichen Schnittstellen bietet die SAP Cloud Platform Integration zudem ein sehr hohes Maß an Flexibilität, wobei nicht nur Informationen, sondern auch Nachrichten zwischen unterschiedlichen Kundensystemen einfach ausgetauscht werden können. So ist es möglich, eigene Geschäftsprozesse komfortabel mit denen von Kunden und Lieferanten zu verbinden. Dabei gewährt die Plattform beispielsweise Zugriff auf unterschiedliche Materialdaten sowie Informationen über Preise, Lieferzeiten und Lagerbestände.

SAP CPI

Die Schwächen

Die endgültige Entwicklung der Plattform ist noch längst nicht abgeschlossen. Das zeigt sich beispielsweise daran, dass die Authentifizierungsmöglichkeiten bei der Integration unterschiedlicher Dienste, wie SAP Cloud Platform Workflow, noch immer begrenzt sind. Zudem ist auch der Bereich des Monitorings derzeit nicht optimal umgesetzt. Wer perfekte Ausfallsicherheit benötigt, muss daher auf dezidierte Add-ons zurückgreifen. Zudem gilt es zu beachten, dass durch die indirekte Nutzung bestimmter Services, wie beispielsweise Salesforce, auch zusätzliche Kosten entstehen können.

Fazit

Bei SAP Cloud Platform Integration handelt es sich um eine moderne und leistungsstarke Integrations- und Entwicklungsplattform für Unternehmen, die ihre unterschiedlichen Applikationen und Services zentral auf einer Umgebung bündeln und weiterentwickeln möchten. Dabei verfügt die Plattform über zahlreiche vorgefertigte Funktionsbausteine und Applikationen, die direkt für benötigte Entwicklungs- und Integrationsszenarien genützt werden können. Die Plattform kann dadurch als das Herzstück auf den Weg hin zu Digitalisierung fungieren und dank Prozessautomatisierung und gesteigerter Transparenz wichtige Zeit freigeben, die für strategische Aufgaben benötigt wird. Unternehmen, die noch keine Kunden von SAP sind und daher auch keinerlei Services und Dienste des Anbieters nutzen, werden auf ihrer Suche nach einer smarten Integrationsplattform möglicherweise jedoch auch bei anderen Anbietern, wie beispielsweise bei den Platzhirschen Amazon Web Services (AWS) oder Microsoft Azure fündig, die individualisierbare Leistungspakete zu teils überaus attraktiven Preisen zur Verfügung stellen


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