SAP API Management

Eine API (Application Programming Interface – Anwendungsprogrammierschnittstelle) ist eine Technologie aus dem Schnittstellenmanagement, welche eine Verbindung von mindestens zwei Systemen oder Programmen ermöglicht. APIs sind so gestaltet, dass sie eine wechselseitige Anbindung für einen zielgerichteten Daten- und Informationsaustausch realisieren.

Als Teil der SAP Cloud Platform Integration wird diese Aufgabe zentral von dem SAP API Management durchgeführt.

Auf diesem Wege werden benutzerspezifische Anwendungen, Geräte und Maschinen, Sensoren und Datenmelder sowie Apps und Programme mit der SAP S/4 HANA Cloud verbunden. Standarddienste der SAP, aber auch externe Dienste anderer Anbieter, können über die SAP Cloud Platform Integration in die Cloud ausgelagert werden. Das SAP API Management übernimmt in diesem Zusammenhang die Rolle der zentralen Verwaltungsstelle aller APIs.

API Übersicht

Anwendungsschnittstellen kommen bei nahezu jeder Kommunikation zweier oder mehr Systeme und Programme zum Einsatz. Sie dienen im Falle einer Auslagerung, Vereinheitlichung oder Abgrenzung von Systemen und Programmen zum geregelten Datenaustausch, sofern zwischen den Parteien keine standardmäßige Verknüpfung besteht. APIs weisen ein breit gefächertes Einsatzgebiet auf und kommen auch in Betriebssystemen, Datenbanken oder im Bereich der Hardwareanbindung vor. Sie können einen Standard darstellen, der die wiederkehrende Entwicklung von neuen Schnittstellen entgegenwirkt.

Anwendungsschnittstellen

APIs lassen sich in verschiedene Typenklassen einteilen, die jeweils ein bestimmtes Einsatzgebiet und Aufgabenfeld abdecken. In der Praxis werden APIs nach funktionsbasierten, dateiorientierten, objektorientierten und protokollorientierten Anwendungsschnittstellen kategorisiert. Die Bezeichnung der jeweiligen Typklassen deutet bereits auf die entsprechende Aufgabe der Schnittstelle hin.

SAP API Management

Die Auslagerung von Produkten der SAP und anderer Anbieter in die Cloud ist ohne den Einsatz von Anwendungsschnittstellen nicht zu realisieren. Um eine zentrale Planung, Entwicklung und Verwaltung der Schnittstellen zu ermöglichen, wurde das SAP API Management geschaffen. Dieses Werkzeug versteht sich als umfassender Container für die Schnittstellenverwaltung sowie Analyse- und Reportingfunktionen im Bereich der APIs.

Reportingfunktionen

Insbesondere die Reportingfunktionalitäten gewähren einen Einblick in die Nutzung der verschiedenen APIs und den daran abgeschlossenen Programmen und Systemen. Durch umfassende Dokumentationsmöglichkeiten im SAP API Management lassen sich die APIs definieren und abgrenzen. Dadurch ergibt sich eine wichtige Übersicht der bestehenden Schnittstellen, die die Entwickler in den Punkten Übersichtlichkeit und Aufwandsminimierung unterstützen.

Aufgabengebiete

Ähnlich vielfältig wie die Einsatzzwecke sind auch die Aufgabengebiete von API Managementsystemen. Zu den grundlegendsten Aufgaben, die auch das SAP API Management erfüllt, gehören unter anderem:

  • Die Automatisierung und Steuerung der Kommunikation zwischen beteiligten Programmen und der Schnittstelle im SAP API Management.
  • Bewahrung der Datenkonsistenz im Falle mehrerer implementierter APIs und vielen Datenströmen.
  • Monitoring des Datenverkehrs und umfassendes Error Handling in der Verwaltungsübersicht des SAP API Management.
  • Leistungsverbesserung durch Optimierung des Speicherbedarfs und Nutzung von Caching-Funktionen.
  • Sicherheitsrichtlinien schützen die integrierten APIs vor Missbrauch und Attacken von außerhalb.

Vor allem die Auswertungsmöglichkeiten zeichnen das SAP API Management aus. Latenzzeiten, Fehler und die Nutzung der Anwendungen und APIs sind jederzeit in der Übersicht einsehbar. Die erfassten Daten und Informationen können in Berichte überführt werden, die als Diskussionsgrundlage für geplante Investitionen und Entwicklungstätigkeiten verwendet werden können.

Service Provider & Developer

Grundsätzlich nutzen zwei große Parteien das SAP API Management: Service Provider und Developer. Die Service Provider stellen die Schnittstellen parat und kümmern sich um die technische Nutzbarkeit der APIs. Die Developer passen bestehende Programme und Dienste an die Schnittstellen an, beziehungsweise nutzen die APIs zur Erstellung neuer Anwendungen für mobile und Desktop-Geräte.

In beiden Fällen ist die Verwaltungsoberfläche des SAP API Management die zentrale Anlaufstelle, welche auf Basis browserbasierter Tools die benötigten Funktionalitäten anbietet.

SAP API Designer

Eine Kernfunktion des SAP API Management ist der SAP API Designer. Dieser ermöglicht die Erstellung von APIs direkt im Managementsystem. Der Designer ist unmittelbar über den Einstieg in das SAP API Management zu erreichen und listet im ersten Schritt eine Übersicht bestehender kundeneigener und standardisierter Schnittstellen auf. Der Entwickler kann an diesem Punkt entscheiden, ob eine bestehende Schnittstelle auf den geplanten Einsatzzweck angepasst oder eine völlig neue API kreiert werden soll.

YAML & JSON

Federführende Programmiersprachen im Bereich der Schnittstellenentwicklung im API Designer sind die Sprachen YAML und JSON. Anhand eines definierten Entwicklungsplans unterstützt das System den Entwickler bei der Erstellung oder Anpassung einer Schnittstelle im SAP API Management. Darüber hinaus unterstützt das System mit Dokumentationen, Best Practices und Anleitungen bei der Programmierung. Zur Verbesserung der Entwicklungsfähigkeiten bietet die SAP entsprechende Schulungen an, die die wesentlichen Informationen der Schnittstellenprogrammierung vermitteln.

Developer Communities

Häufig werden diese Entwicklungstätigkeiten auch an externe Dienstleister ausgelagert. Die SAP bietet daher passende Möglichkeiten, um einen abgeschirmten und sicheren Zugang von außerhalb zu ermöglichen. Zu diesem Zweck wurde eine Developer Community geschaffen, die interne und externe Entwickler an einer Stelle im SAP API Management zusammenbringt. Gleichzeitig können durch Sicherheitsrichtlinien die Rechte der externen Dienstleister auf das Nötigste beschränkt werden, um Systemschäden oder Manipulationen durch Dritte zu verhindern.

API Management

Identitätsmanagement

Als Schnittstelle zwischen mehreren internen und externen Systemen gilt dem technischen Schutz der APIs eine besondere Aufmerksamkeit. Es wurde ein umfassendes Identitäts- und Zugriffsmanagement entwickelt, welches interne und externe Benutzer authentifiziert und validiert. Zu den standardmäßigen Mechanismen des SAP API Management gehören Technologien wie:

SAML 2.0

Die Security Assertion Markup Language (SAML) ist ein XML-basierter Standard zum Austausch von Sicherheitsinformationen. Es werden webbasiertes Single Sign-On, übergreifende Identitätsföderation und Webservices unterstützt. Die wechselseitigen SAML-Assertions werden direkt im SAP API Management generiert und validiert.

OAuth

Open Authorization (OAuth) ist ein quelloffenes Protokoll für die sichere Autorisierung von APIs. Technisch vereinfacht gesprochen erlaubt ein Client einem Dritten den Zugriff auf ein System, wie dem SAP API Management, oder einer Ressource unter seinem Namen. Der Client nimmt sämtliche Authentifizierungsprozesse auf sich und gewährt anschließend einer externen Partei den Zugriff, ohne, dass diese erneut Anmeldeinformationen eingeben muss.

Schlüssel und Zertifikate

Eine Reihe weiterer Authentifizierungsmöglichkeiten basieren auf dem Gebrauch von Schlüsseln und Zertifikaten. Client-seitiges SSL verschlüsselt alle Nachrichten im Netzwerk, in der Cloud-Plattform und im SAP API Management und X.509-Zertifikate weisen die beteiligten Kommunikationspartner aus. Es stehen zudem sogenannte Key Stores zur Verfügung, die das Schlüssel- und Zertifikatsmanagement übernehmen.

API Management Einführung

In der Regel wird SAP API Management als Teil der SAP HANA Cloud eingeführt. Bei Bedarf besteht auch die Möglichkeit einer Einführung als On-Premise-Lösung. Wie andere Produkte der SAP auch, kann das SAP API Management modular eingeführt werden. Das bedeutet, dass nur die Funktionalitäten lizenziert werden müssen, die auch in der Praxis benötigt werden. Dies verschlankt die Einführungsphase und der Ressourcenbedarf kann frühzeitig geplant werden. Darüber hinaus sind auch hybride Varianten mit einem Teil als On-Premise-Lösung und einem Teil in der Cloud möglich.

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Preisgestaltung

Die Preisgestaltung des SAP API Management richtet sich vollends an den benötigten Funktionalitäten, der Anzahl der Benutzer und der Implementationsvariante. Die Cloud-Variante ist im Normalfall die günstigste Lösung und bedarf einer kurzen Einführungszeit. Dennoch ist das System nicht selten auch auf Servern externer Anbieter ausgelagert, sodass hier eine genaue Evaluierung und Prüfung der Datenschutzbestimmungen notwendig ist. Durch flexible Zahlungspläne können die Unternehmen Bestandteile der Software jederzeit abwählen oder neu hinzubuchen. Je nach Feature reichen wenige Klicks im Verwaltungsmenü, um eine Funktion freizuschalten und zu installieren.

Zusammenfassung

SAP API Management nimmt eine wichtige Rolle in der Cloud-Strategie der SAP ein. Als Bestandteil der SAP Cloud Platform Integration (CPI) findet im SAP API Management die Steuerung und Entwicklung der Schnittstellen statt. Diese verbinden Dienste und Programme aller Art und sorgen für eine reibungslose Integration in die SAP HANA Cloud. Dazu wird eine Reihe von Werkzeugen angeboten, die es Anwendern und Entwicklern erlauben, bestehende Standard-APIs zu verwenden und neue zu entwickeln. Neben einigen standardisierten Schnittstellen können im SAP API Designer auch völlig neue Schnittstellen kreiert werden.

Umfassende Sicherheitsmechanismen regeln die Kommunikation der beteiligten Systeme, Geräte und Programme. Da nicht selten auch externe Dienste und Entwickler Zugriff auf die APIs benötigen, stehen mehrere Authentifizierungsmethoden bereit. Diese sichern den Datenaustausch und beschränken den Zugriff auf die notwendigen Funktionen. Der modulare Aufbau des Systems macht eine Implementation der ausschließlich benötigten Features möglich. Der zu entrichtende Preis des SAP API Managements ist abhängig vom gebuchten Funktionsumfang, der Anzahl der Benutzer und der eingeführten Variante.


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